Musica Nuda (Italien)
Petra Magoni – Gesang
Feruccio Spinetti – Akustikbass
Dienstag, 03. August 2010, 20:00 Uhr, Volksbad Jena
| VVK voll | erm. | AK voll | erm. |
| 9,00 | 7,00 | 11,00 | 9,00 |
Jokerkarten gelten, Kinderkartenpflichtig
Jaja, wie das Leben manchmal so spielt: Da krallte sich anno 2003 die italienische Sängerin Petra Magoni verzweifelt in den heimischen Olivenholztisch, denn die Krankheit ihres Gitarristen schien die geplante Toskanatour zu stoppen. Doch halt, neulich, dieser nette, kompetente Bassist, dieser: Ferruccio Spinetti, dachte sie; ein Bass ist auch fast eine Gitarre, und schon nahmen beide die Musikbars und Bühnen der Toskana im Sturm. Was für eine solche Besetzung – Stimme und Kontrabass – schon durchaus sensationell ist. Aber es sind eben nicht einfach eine Stimme und ein Bass, sondern das irrlichthaft umherzüngelnde Operntimbre einer Petra Magoni und der tiefe, zuckende Bass eines Ferruccio Spinetti, zusammen das Duo Musica Nuda, ein kleines, feines Akustikduo, pur und trocken wie ein Martini, ausdrucksstark wie ein Ätna-Ausbruch.
Beide waren bzw. sind durchaus auch vor und neben der schicksalhaften Begegnung Meister ihres Faches. Signora Magoni studierte Operngesang und Alte Musik, befreite sich aber bald von allen Genregrenzen und arbeitete – statt an der sprichwörtlichen italienischen Oper – lieber mit Rappern wie Stiv, Jazzern wie Stefano Bollano oder Filmemachern wie Giorgio Panariello. Außerdem veröffentlichte sie eigene CDs unter verschiedenen Namen, schrieb Musiken für Tanz- und Theaterstücke und trat in italienischen Fernsehshows auf. Das Haupt-Magoni-Merkmal hierbei immer: die Stimme, wandlungsfähig, energetisch, mit einem Spektrum vom klassischen Opernfach bis Scat und wahrhafter Stimmakrobatik.
In Ferruccio Spinetti fand sie schließlich durch erwähnten Zufall – einen verwandten Geist, einen Musiker, der den Bass handhabt wie sie die Stimme, nur einige Oktaven tiefer. Zur Zeit der Begegnung bediente er sein Instrument in der Band Avion Travel, doch das Duo mit Petra Magoni funktionierte auf Anhieb derart traumwandlerisch, dass das Duo fortan die Hauptbeschäftigung werden sollte.
Dank dieser Chemie lag auch direkt nach der spontanen Toskanatour Material für eine eigene CD vor, es fehlte nur noch ein Name. Es wurde: Musica Nuda, die nackte Musik, ganz schlicht und sprechend. Denn Magoni und Spinetti vertreten, obwohl oder vielleicht gerade weil sie höchst virtuose Künstler an ihren Instrumenten sind, eine ganz puristische Klangauffassung. Bei ihnen kommen eben nur Stimme und Bass auf die Bühne, sonst nichts. Mit diesem italienischen Tiefenreiniger entschlacken sie alle möglichen Songs aus dem reichen Chanson/Pop/ Songwriter-Repertoire, bis sie sie ganz zu ihren eigenen, feinen Klangkunstwerken verändert haben. Mittlerweile zählen beide als Musica Nuda zu Italiens bekanntesten Akustikmusikern und treten auf Festivals und kleineren Bühnen in ganz Europa auf. Die Nähe, der direkte Kontakt zwischen Musiker und Publikum, spielt eine wichtige Rolle in jedem Konzert. Aber zusammen können sie jeden Abend auf weiteste Abenteuerreise gehen.



