La Brass Banda (Deutschland)

Oliver Wrage – Bass
Stefan Dettl – Trompete
Andreas Hofmeir – Tuba
Manuel da Coll – Schlagzeug
Manuel Winbeck – Posaune

Mittwoch, 11. August 2010, 20:00 Uhr, Theatervorplatz

VVK voll erm. AK voll erm.
12,00 9,00 14,00 11,00

Jokerkarten gelten

eventuelle Restkarten nur noch an der Abendkasse. Jokerkartenbesitzern empfehlen wir frühzeitiges Erscheinen!

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Servus Chiemgau! Servus Blasmusik!! Die Freistaaten müssen zusammenhalten und sich – gelegentlich! in Freustaaten verwandeln. Da kommen die fünf wackeren Blechblaspunker der La Brass Banda gerade recht. Denn ihr Style ist weder Gypsybrass noch Tubapunk, weder „Alpentechno“ noch Balkanfunk, es ist schlicht und einfach die Musik ihrer (bayerischen) Herzen, produziert mit viel Liebe und Freude und verboten tief gelegten Bassbeats. Und natürlich Schweinebraten. Denn der gehört allenthalben mit dazu, auf Sommertourneen gerne auch diverses Grillfleisch, von dem es niemals „zu vui“ geben kann. Ja, so san sie, die Chiemgauer, und das wärmt das Herz auch hierzulande, denn tief im selbigen ist jeder Thüringer ja auch der Scholle verhaftet und trägt duftendes Grillgut vor sich her. Vor allem aber liebt er die Geselligkeit und die Lieder, und auf beides verstehen sich La Brass Banda erwiesenermaßen hervorragend.

Zugrunde liegt der Band die leicht resignierte Frage, warum die bayerisch-alpenländische Blasmusik die sich vor den Balkan-, Funk- und Mariachi-Bläsern dieser Welt keineswegs verstecken muss – denn Herrgottsakrament immer in grauseligen Bierzelten stattfinden soll oder bestenfalls noch beim Dreikönigstreffen der CSU in Wildbad Kreuth. Ein Gegenentwurf musste her. Der fing beim Rauswurf aus dem bayerischen Landesjugendorchester an, erstreckte sich über diverse Latin-Jazz-Combos und klassische Philharmoniker bis schließlich 2007 zur erst vier-, sehr bald aber fünfköpfigen Formation La Brass Banda.

Mit Tuba, Trompete, Posaune, Schlagzeug und E-Bass erzeugen der Hans, der Sepp, der Manu, der Yosi und der Olli bayrische Blasmusik, wie sie sein soll: mit ungenierten Texten, zuckenden Offbeats und wummernden Bässen. Das erinnert an frühe Experimente der Biermösl Blosn oder Hubert von Goiserns, und wie diese müssen sich La Brass Banda wohl auch eher nicht bei einheimischen Brauchtumspflegern sehen lassen. Zu rhythmisch drückt die Bassfraktion, zu punkig kommt der bayerische Dialekt, und wo, bitte sehr, hat man je eine Blaskapelle mit E-Bass gesehen? Und doch, es geht sehr gut. Inzwischen ist schon die zweite Langspielplatte (auch als Vinyl) erschienen, nach „Habediehre“ nun „Übersee“. Nein, nicht Amerika, sondern Übersee am Chiemsee. Natürlich. Die Heimat. Aber auch ein wenig Übersee-New York. Und Nowosibirsk. Und Harare. Und Roskilde. Überall, wo es gute Tanzmusik gibt eben. Und auch Grillfleisch.