Marit Larsen (Norwegen)

Mittwoch, 18. August 2010, 20:00 Uhr, Theatervorplatz

VVK voll erm. AK voll erm.
17,00 14,00 19,00 16,00

Jokerkarten gelten nicht, Kinderkartenpflichtig

Das Konzert ist ausverkauft!

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Wer erinnert sich noch an die Pokémon? Jene kleinen japanischen Fabeltierchen, die in Videospielen und Anime-Filmen weltweit mehr Fans begeisterten als die Backstreet Boys und Tokio Hotel zusammen?  Ihnen verdanken wir auch, man höre, eines der größten Teeniemusikwunder der neunziger Jahre und Frau Larsen ihr erstes Popstarleben. Denn ganz wie die Jungs von Tokio Hotel formierte auch sie mit süßen 13 Jahren 1995 eine eigene Band, genannt M2M. Mit der Single „Don’t say you love me“ wurde sie ein veritabler Megastar. In Japan zumindest. Auch in Singapur, Taiwan, Australien, Neuseeland, den USA und natürlich Norwegen. Denn hier wurde Marit Larsen geboren.

Und hier entschied sie sich auch, nachdem 2002 der ganze Teeniestarrummel vorüber war, erst einmal die Schule zu beenden. Als 19-jähriger, schon ehemaliger Superstar war Frau Larsen jedoch keineswegs gewillt, den Weg vieler Teeniegruppen ins kollektive Vergessen zu gehen. Musikalisch hatte sie ja gerade erst angefangen, Ehrensache als Tochter einer Musiklehrerin und eines Philharmoniecellisten.

Ab 2004 trat sie wieder gelegentlich in Norwegen auf und überraschte die schlichten Dancefloor erwartende Zuhörerschaft mit Gitarre und Klavier und sehr persönlichen Texten. Die Pokémon-Fans waren damit verprellt. Doch musikalisch entrollte sich ein klassisches Sommermärchen: Die einheimischen Medien attestierten ihr spätestens seit Erscheinen des zweiten Albums „The Chase“ 2008 Ebenbürtigkeit mit großen norwegischen Kolleginnen wie Silje Nergaard oder – fast gleich jung – Maria Mena. Mindestens.

Larsens norwegisches Alleinstellungsmerkmal ist jedoch zweifellos ihre Stimme, mit ihrer fast an Brigitte Bardot erinnernden Süße und lolitahaften Apfelbaumunschuld. Diesen Grundstock garniert sie auch gern noch kräftig mit opulenten Filmmusik-Versätzen, perlt eine Yann-Tiersen-Spieluhrmelodie ein und steckt sich übergroße Orchesterblumen ins Haar, so dass sich am Schluss alle Zuhörenden mitten in Dorothys leicht sommerlich angemaltem Zauberland Oz oder zumindest auf einer Frühlingsinsel wähnen. Ja, es ist großer, reiner, unendlich sonnensehniger Pop, den Marit Larsen singt. Und das ist auch gut so. Denn sie hat in ihrer jungen Karriere schon genug Dinge gesehen, auch dem Popbusiness in den hässlichen Hals geschaut, um genau dies tun zu dürfen. Wir danken und stellen gern die Sonnenschirme in die Abendidylle.