Milow
Freitag, 30. Juli 2010, 20:00 Uhr, Theatervorplatz
| VVK voll | erm. | AK voll | erm. |
| 25,00 | 21,00 | 28,00 | 26,00 |
Jokerkarten gelten nicht, Kinderkartenpflichtig
Schon Neil Young oder Bob Dylan wussten: Eigentlich reichen sechs Saiten, ein Hocker und eine halbwegs kräftige Stimme völlig aus für gute Musik. Und eine große Idee, natürlich. Und ein wenig poetische Anarchie. Das weiß auch Jonathan Vandenbroek. Nie gehört? Keine Schande. Denn Herrn Vandenbroek gibt es realiter nur im Telefonbuch von Leuven/Belgien, im öffentlichen Leben hingegen stülpt er sich eine Gitarre über sowie einen Kunstnamen und ist dann: Milow, Singer-Songwriter und seit 2008 einer der erfolgreichsten seiner Zunft in Europa.
Es ist eine klassische Solo-Erfolgsgeschichte des neuen Jahrtausends, wie sie auch in Deutschland Kollege Max Mutzke und andere hingelegt haben: die eines dreiundzwanzigjährigen, eher schüchternen Provinz-Belgiers, der von sich sagt, er habe statt einer Zukunft eine Gitarre, und der deshalb mit selbiger eines Tages in den größten Musiktalentewettbewerb des Landes spaziert. 2004 dringt Milow bis ins Finale vor. Preisträger wird er zwar nicht, aber (und das stimmt tröstlich) auch als vierter Sieger kann man sich Gehör verschaffen. Milow nimmt das Heft in die Hand und produziert sein Debütalbum „A Bigger Picture“. Zunächst bleiben große Verkaufserfolge allerdings aus. Dabei enthielt das Album schon eine Reihe höchst eingängiger Gitarren-Popohrwürmer wie „You Don’t Know“, in denen Milow alle seine Qualitäten ausspielt: ein flottes, schnörkelloses Gitarrenspiel, markanten Gesang und vor allem sehr persönliche Texte. Echte Geschichtenlieder eben. Der erste Track der Platte bekannte denn auch: „Born in the Eighties“ und machte damit leise, aber bestimmt deutlich: Hier kommt eine neue Generation, hier sind die, ja, leider schon, Enkel von Bob Dylan und dem frühen Springsteen am Werk.
Mit der Auskoppelung der zweiten Single „You Don’t Know“ nahm Milow allmählich Fahrt auf, auch wenn lange niemand so recht wusste, von wem denn dieses allerorten radioverbreitete Sahnestückchen war. Das änderte sich mit der Akustikversion des 50Cent-Stücks „Ayo Technology“, die in ganz Mitteleuropa in den Charts landete und damit den Namen Milow in aller Munde legte. „Coming of Age“ betitelte er ganz wahrheitsgemäß dieses, sein zweites Album, und in der Tat, (fast) erwachsen ist er mit knapp 30 nun wirklich. Und doch hat er sich, scheint es, diesen kleinen, feinen, unschuldigen Traum vom Einfach-Musik-machen erhalten. Diese Wahrhaftigkeit ist vielleicht ein Merkmal der Enkelgeneration, zumindest teilen ihn viele gleichaltrige Kollegen wie Marit Larsen aus Norwegen, mit der er erst kürzlich ein Duo einspielte. Sie reichen eben doch aus, die sechs Saiten. Und ein großes Musikerherz. Dylan sei Dank.
Support: Martin and James
Manchmal kann man Musik schlecht in Worte fassen. Immer dann, wenn sie Gefühle erzeugt, kommt man ins Stottern und muss überlegen wie viel man preisgibt vom eigenen Inneren um zu beschreiben, was man hört. Martin&James sind so ein Phänomen. Der großen Tradition der Singer-Songwriter verschrieben, packen die zwei Schotten kleine und große Geschichten in wunderbare Melodien, die mitten ins Gefühlszentrum treffen.








